Warum wir nicht jedes starke Gefühl gleich in eine Schublade stecken sollten.
"Ich bin halt hochsensibel."
"Das hat mich traumatisiert."
"Mein Nervensystem ist völlig überlastet."
Solche Aussagen begegnen uns heute immer häufiger. Aber wissen wir eigentlich was dahintersteckt?
Hochsensibel - was bedeutet das wirklich?
Manche Menschen nehmen Reize besonders intensiv wahr. Geräusche, Gerüche, Stimmungen oder zwischenmenschliche Spannungen können sie schneller beanspruchen. Hochsensibilität beschreibt eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Reizen und deren Verarbeitung. Sie ist keine psychische Erkrankung und auch keine eigenständige medizinische Diagnose.
Aber: Wer sich nach einem anstrengenden Tag zurückziehen möchte, ist deshalb nicht automatisch hochsensibel.
Buch-Tipp: Sind Sie hochsensibel? | Autorin: Elaine N. Aron
Und wann sprechen wir von Trauma?
Ein psychisches Trauma kann entstehen, wenn ein Mensch etwas extrem Bedrohliches oder Überwältigendes erlebt und dieses Erlebnis nicht ausreichend verarbeiten kann.
Manchmal zeigen sich Folgen erst später: durch starke innere Anspannung, Vermeidung, belastende Erinnerungen oder Schwierigkeiten, sich sicher zu fühlen. Doch nicht jedes belastende Erlebnis führt gleich zu einer Traumafolgestörung. Und nicht jede Angst oder Unsicherheit hat ihren Ursprung in einem Trauma.
Vielleicht bist du auch einfach erschöpft?
Schlechter Schlaf. Dauerstress, ständige Erreichbarkeit, familiäre Verantwortung oder fehlende Erholungsphasen können uns empfindlicher und emotional dünnhäutiger machen. Das bedeutet nicht, dass wir unsere Gefühle weniger ernst nehmen sollten. Im Gegenteil.
Vielleicht müssen wir nicht immer sofort herausfinden, welches Etikett zu uns passt. Wir dürfen zunächst verstehen, was wir gerade brauchen. Mehr Ruhe? Weniger Erwartungen? Klarere Grenzen? Unterstützung?
Und manchmal auch eine fachliche Abklärung.
Nicht alles braucht einen Namen. Aber manches braucht Begleitung.
Sich selbst besser kennenzulernen bedeutet nicht, jedes Verhalten zu analysieren oder jede Reaktion auf die Vergangenheit zurückzuführen. Es bedeutet auch: neugierig bleiben. Auf den eigenen Körper. Die eigenen Bedürfnisse. Und darauf, was uns im Alltag tatsächlich gut tut und was nicht.
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ergänzende Buch-Tipps
Hochsensibilität verstehen
Buch: Sind Sie hochsensibel? | Autorin: Elaine N. Aron
Ein Grundlagenwerk der Hochsensibilitätsforschung. Für alle, die verstehen möchten, warum manche Menschen Reize intensiver wahrnehmen und wie sie damit umgehen können.
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